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ocean7 5/2019

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Invictus 320GT: das neue Kunstwerk des Stardesigners Christian Grande. Topper Topaz Race X: schnell zusammengebaute Jolle, noch schneller im Wasser. Baía da Ilha Grande: mit dem Katamaran den brasilianischen Dschungel entlang. Triest, Barcolana 2019: Einmal im Leben dabei sein ist alles. Cannes Yachting Festival 2019: mehr als nur Boat-Show. Bereit für die Wahrheit? Unsere Korallenriffe sind so gut wie tot. GFK-Recycling: Wohin mit den ausrangierten Freizeitbooten? Textiler Schutz: Passgenaue Persennings und was sie wegstecken müssen.

GFK-Recycling Wer kennt

GFK-Recycling Wer kennt nicht die Schmuddelecken der Häfen und Marinas, in denen „vergessene“ Boote vor sich hingammeln. Noch schlimmer und illegal: Boote, die nie wieder Land sehen, weil sie auf dem Meeresgrund entsorgt wurden. Am vielversprechendsten ist noch das Verfahren, das vom Bremer Unternehmen neocomp entwickelt wurde. Dort werden die Glasfaserteile auf Papierschnipselgröße geschreddert und mit Resten aus der Altpapierentsorgung vermengt. Dieser Mix dient Zementwerken als Brennstoff, dessen Asche wiederum dem Zement beigemischt werden kann. Eigentlich für die ebenfalls aus GFK gefertigten Rotorblätter von Windkraftanlagen gedacht, lassen sich in der Anlage auch die Rümpfe von Freizeitbooten recyceln. KEINE EINHEITLICHE LÖSUNG Die meisten GFK-Rümpfe werden in Deutschland aber immer noch verbrannt. Die Entsorgungsfrage ist beim nördlichen Nachbarn im großen und ganzen das Problem des Eigners. Immerhin gibt es schon einige Schrotthändler und Werften, die sich auf Entsorgung von Yachten spezialisiert haben. In Österreich sucht man solche Spezialisten vergebens, hier ist die Verschrottung von Wasserfahrzeugen allerdings auch kein großes Thema, sagt Christopher Meyer, der als Geschäftsführer der Bootswerft Meyer in Aggsbach nicht nur mit Sportbooten handelt, sondern auch welche herstellt. „In den letzten zwanzig Jahren haben zumindest wir kein GFK-Boot entsorgen müssen. Die Rümpfe sind extrem langlebig und die Boote werden daher meistens restauriert. Mit einem neuen Motor, Elektrik, Beschläge, Polsterung und Lackierung haben solche Rümpfe ein zweites Leben“, erzählt Meyer. In Küstenländern stellt sich das Problem der Schrottboote naturgemäß dramatischer dar. Wie man damit umgehen kann, demonstriert beispielsweise Finnland. Dort werden Boote, die niemand mehr haben möchte, seit gut 15 Jahren mit Fähren oder Frachtschiffen eingesammelt und zu einem Recyclingunternehmen gebracht, das die Boote als Ganzes schreddert, die Materialien danach trennt und wiederverwertet. Kosten für die Eigner: 150 Euro pro Tonne. In Frankreich, wo man davon ausgeht, dass 40.000 bis 50.000 GFK- Boote auf die Verschrottung warten, hat die vom Branchenverband Fédération des Industries Nautiques (FIN) gegründete Non-Profit-Organisation APER (Associa- tion pour la Plaisance Eco-Responsable) die Entsorgung der Schiffe übernommen. Eigner können seit Mai 2109 ihr Boot bei ausgesuchten Müll- und Verwertungszentren abgeben, dort werden die Fahrzeuge fachgerecht entsorgt. Zahlen müssen die Besitzer nur für den Transport, die Entsorgung wird durch Beiträge der APER- Mitgliedsunternehmen und die Bootssteuer finanziert. Wer sich von seinem Boot nicht auf diese recht grausame Weise trennen möchte, für den hat eine Werft in Nantes ein besonderes Angebot parat: Sie baut alte GFK-Boote für den Einsatz im Trockenen um. So feiert manches ausrangierte Boot ein Comeback als Gartenlaube oder Spielplatz. FOTOS: SHUTTERSTOCK (3) 32 5/2019

Die Seele rein Vulkan-, Basalt- oder Flachsfasern: Nach umweltfreundlichen Alternativen zur Glas faser wird noch gesucht. Prototypen gibt es aber schon. FOTOS: CHRISTOPHE FAVREAU (1), GREENBOATS (1), ANT_ARCTIC-LAB (1), SEGELSCHULE ATTERSEE (1) Lassen sich im Bootsbau Glasfasern und Kunststoffharze durch umweltfreundliche Materialien nachhaltig ersetzen? Mehrere Projekte versuchen sich daran, das derzeit bekannteste im Land ist wohl Norbert Sedlaceks Ant Arctic Lab. Der Wiener Weltumsegler will 2020 mit seiner Innovation Yachts, einem modifizierten Open 60, die Arktis und Antarktis einhand und nonstop umsegeln und dabei neue Materialien testen. Rumpf und Deck des Seglers sind aus Vulkanfaser, einem Kern aus Balsakopfholz und einem biologisch abbaubaren Epoxidharz gefertigt und sollen sich komplett recyceln lassen. Einen extremen Härtetest plant auch das Mailänder Unternehmen GS4C mit einer 6,5 Meter langen, vollständig re cy cel fä higen Slup, die im September an der Mini-Transat teilnehmen soll, die von La Rochelle über den Atlantik nach Martinique führt. Statt aus Glas- oder Carbonfasern wird der Rumpf des kleinen Hochleistungsseglers aus „ Drei Käufer und die grüne Version der Bente24 wäre hierzulande schon ab 75.000 Euro zu haben.“ Jan Liehmann, Österreich-Importeur Bente Yachts. ocean7 210x665 20180803dp_Layout 1 06.08.2018 16:55 Seite 1 „ Unsere Vulkanfaser ist oberflächenhart, hdyrophob, UV-stabil, langlebig und zu 100 % recyclebar – sie kommt aus der Natur und kann auch in die Natur zurück.“ NOrbert Sedlacek, Managing Director Innmovation Yachts. speziellen Basaltfasern hergestellt. Weniger sportlich, dafür aber nah an der Serienfertigung präsentieren sich die Projekte der Bremer Werft Greenboats, die bei Ihren Segelbooten Glas- durch Flachfasern ersetzt und ein Epoxidharz aus Pflanzenöl verwendet. Neben einem eigenen von Judel/Vrolijk entworfenen Daysailer stellen die Bremer auch eine umweltfreundliche Version der Bente 24 (die ja ebenfalls die Handschrift von Judel/ Vrolijk trägt) her. Österreich-Importeur Jan Liehmann hofft, dass er drei Käufer für die Green Bente findet, dann würde Greenboats die Segler zu einem Grundpreis von 75.000 Euro herstellen können. Open 60 AAL mit Vulkan- statt Glasfaser. Green Bente 24 mit Flachs- statt Glasfaser. DIE RICHTIGEN CHARTER-VERSICHERUNGEN Gute Agenturen empfehlen YACHT-POOL Charterversicherungen, weil Sie von der Praxisnähe der Deckungskonzepte und der Schadenabwicklung überzeugt sind. Durch innovative Produktentwicklung und kundenorientierte Schadenabwicklung genießt YACHT-POOL seit 1976 das Vertrauen und die Treue seiner Kunden und Partner europaweit. YACHT-POOL Deutschland | Telefon: + 49 89 / 74 67 34 80 | Email: skipper@yacht-pool.de YACHT-POOL Österreich | Telefon: + 43 5356 / 20433 00 | Email: skipper@yacht-pool.at www.yacht-pool.com

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