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OCEAN7 2016-05

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Eine Magazinausgabe voller interessanter Reportagen, Yachttests, Neuigkeiten und Produktvorstellungen: Ein Nostalgie-Törn im Süden Dalmatiens; mit einer eleganten Dufour 560 durch die Kornaten; eine Wiener Seglerfamilie, die nach einem schrecklichen Unglück in Kroatien um ihr Recht kämpft; und wohin geht die Entwicklung der Motorboote mit E-Antrieb.

1 Das Jahr

1 Das Jahr 2016 w Korallenbleiche in Der Auslöser dies ist bekannt: steig als Folge des Klim 2 3 zur Neubesiedlung beitragen. Damit diese Larven sich festsetzen und aufwachsen können, müssen aber die Oberflächenstruktur und die Stabilität des Substrats passen. Nicht alle Korallenarten reagieren gleich sensibel auf thermischen Stress. Es sind vor allem die raschwüchsigen und oft bestandsbildenden Acropora-Arten, die besonders sensibel auf Wassertemperaturen über 30 °C reagieren. Auch die Temperaturtoleranzen verschiedener Kladen (systematischer Einheiten) der Zooxanthellen sind unterschiedlich. Im Persischen Golf existieren zooxanthellate Korallen bei weit über 30 °C, allerdings sind sie langsamwüch- 5 4 42 OCEAN7 05/2016 | September/Oktober 2016

Korallenbleiche ird wegen seiner verheerenden die Geschichte eingehen. er ökologischen Katastrophe ende Meerestemperaturen awandels. sig und relativ artenarm. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die Bereitschaft zur Korallenbleiche artspezifisch, tiefenabhängig und lokal unterschiedlich ist. Das Potential zur Neubesiedlung ist vorhanden, aber günstige Umweltbedingungen sind Voraussetzung. Kleiner Junge, große Auswirkung. Das spanische „El Niño“ bedeutet „Junge“ oder „kleines Kind“. Dieser Name wurde von peruanischen Fischern einem mächtigen Wetterphänomen gegeben, das in manchen Jahren vor der peruanischen Küste um die Weihnachtszeit eintritt (daher sinngemäß „das Weihnachtskind“). Dieser harmlose Name bezeichnet eine Störung atmosphärischer und ozeanischer Systeme mit globalen Auswirkungen. Die Aufschaukelung des Systems wird ENSO (El Niño Southern Oscillation) genannt. Dürren, Überschwemmungen, Stürme, Ausfälle der Ernte- und Fischereierträge und eben auch Korallenbleichen sind die Folgen in starken El Niño-Jahren. El Niños gibt es wahrscheinlich seit Jahrtausenden. Das Problem für Korallenriffe ist, dass starke El Niños in immer kürzer werdenden Abständen auftreten. Dadurch fehlt den gebleichten Riffen die nötige Zeit zur Regeneration. Ob der anthropogen verursachte Treibhauseffekt diese Entwicklung beeinflusst, ist umstritten. 1 Riesenmuschel. Im bunten Mantelrand der verschiedenen Arten der Riesenmuscheln leben ebenfalls symbiontische Algen. Auch diese Muscheln bleichen und sterben bei zu starkem Umweltstress (Tridacna sp.). 2 Kettenreaktion. Bei starken Korallenbleichen sterben auch Seeanemonen. Dadurch verlieren Anemonenfische ihr schützendes Quartier zwischen den Tentakeln der Anemonen und werden leichte Beute von Raubfischen. 3 Ökonomischer Schaden. Tauchtourismus in tropischen Meeren lebt von der Schönheit und Vielfalt der Korallenriffe und ihrer Bewohner. Sterbende oder tote Riffe werden diese Einnahmequelle empfindlich treffen. 4 Mehrfache Symbiose. Anemonenfische leben in Symbiose mit Seeanemonen, die ihrerseits symbiontische Algen, die Zooxanthellen, beherbergen (Prachtanemone Heteractis magnifica mit Malediven Anemonenfisch Amphiprion nigripes). 5 Ökologischer Schaden. Ist ein ehemals buntes und lebendiges Korallenriff erst mal so verwüstet wie dieser Riffabhang, dann gehen auch die vielfältigen Funktionen eines intakten Riffs verloren. Diese Schutthalde bietet kaum noch Lebensraum für Fische und Co. Literatur und Links Reid, C., Marshall, J., Logan, D. & D. Kleine (2009). Coral Reefs and Climate Change. The Guide for Education and Awareness. CoralWatch, The University of Queensland, Australia. 256pp. ISBN 978-0-64-652360-6. Sheppard, C.R.C., Davy, S.K. & G.H. Pilling (2012). The Biology of Coral reefs. Oxford University Press. 339pp. ISBN 978-0-19-856636-6. http://whitereefs.wwf.org.au/ http://www.nytimes.com/2016/05/30/world/australia/bleaching-coral-death-great-barrier-reef.html?_r=0 http://www.smh.com.au/comment/the-age-editorial/great-barrier-reef-crisis-time-to-address-coralcatastrophe-20160531-gp89e7.html www.coralwatch.org Bildnachweise Lausch, E. (1983). Der Planet der Meere. GEO Verlag. 380 S. ISBN 3-570-02058-4. Veron, J.E.N. (1986). Corals of Australia and the Indo-Pacific. Angus & Robertson Publishers, Australia. 644 pp. ISBN 0207151164.

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